| Veranstaltung: | Stadtparteitag Kommunalwahlprogramm & LDK-Delegiertenwahl GRÜNE Dresden |
|---|---|
| Tagesordnungspunkt: | 2. Diskussion und Beschluss des Kommunalwahlprogramms |
| Status: | Beschluss |
| Beschluss durch: | Stadtparteitag |
| Beschlossen am: | 13.01.2024 |
| Antragshistorie: | Version 2 |
IX. Dresden nimmt Anlauf – Bewegung in der Stadt
Text
IX. Dresden nimmt Anlauf – Bewegung in der Stadt
Über 60 Prozent aller Dresdner*innen sind sportlich aktiv. Etwa drei Viertel der
Sporttreibenden tun das selbstorganisiert: Sie joggen, schwimmen, klettern,
fahren Fahrrad, betreiben Fitnesstraining und vieles mehr. Daneben bieten über
300 Vereine und eine Vielzahl kommerzieller Anbieter*innen die Möglichkeit,
gemeinsam mit anderen Sport zu treiben. Gerade die Sportvereine übernehmen dabei
wichtige soziale Aufgaben für unsere Stadt. Sie führen Kinder und Jugendliche an
Sport und Bewegung heran, sie sind Orte der sozialen Integration, bringen
Menschen zusammen und tragen damit zu einem demokratischen Miteinander bei.
Wir GRÜNE verstehen uns deshalb sowohl als Interessenvertreter*innen des
Breiten- und Freizeitsports als auch des Leistungs- und Spitzensports. Letztere
haben eine wichtige Vorbildfunktion und können insbesondere junge Menschen für
sportliche Aktivität begeistern.
Wir GRÜNE wollen die Dresdner Sportlandschaft noch stärker vernetzen und die
aktuellen Planungen evaluieren, um eine nachhaltige und ökologische Entwicklung
voranzubringen, einer sich ändernden Demografie Rechnung zu tragen und für mehr
Chancengleichheit aller Dresdner*innen zu sorgen.
Miteinander Sport treiben: Teilhabe für alle Menschen ermöglichen
Wir GRÜNE setzen uns für den Ausbau von Sportangeboten ein, die für alle
Altersstufen und Geschlechter gleichberechtigt Zugang zu Freizeit-, Breiten- und
Leistungssport gewähren. Wir werden unsere Anstrengungen gegen Gewalt, Rassismus
und Diskriminierung im Sport weiter verstärken. Dafür arbeiten wir eng mit dem
Stadtsportbund und seinen Sportvereinen zusammen.
Die Sportangebote für Kinder und Jugendliche werden wir ausweiten und die
Kooperation von Schulen und Sportvereinen stärker vorantreiben. Besonders
unterstützen wir Angebote für Mädchen in Sportarten, die aktuell noch
jungsdominiert sind wie zum Beispiel Fußball. Zudem braucht es mehr bezahlbare
Sportangebote für Kinder, Familien und junge Mütter. Gerade für Dresdner*innen,
die nur wenig Geld zur Verfügung haben, werden wir den Zugang zu Sportangeboten
ermöglichen und erleichtern.
Die Förderung der Inklusion im Breiten- und Vereinssport wollen wir weiter
ausbauen. Dafür bedarf es nicht nur mehr barrierefreier Sportstätten, sondern
auch einer kontinuierlichen Fortbildung für Übungsleiter*innen.
Die Infrastruktur für einen starken Sport modernisieren
Es ist eine zentrale Aufgabe der kommunalen Sportpolitik, Räume für
Freizeitsport bereitzustellen, diese instand zu halten und die Sportvereine bei
der Schaffung und dem Erhalt der Infrastruktur zu unterstützen. Wir setzen uns
deshalb weiter dafür ein, die Dresdner Sportstätten sukzessive zu sanieren. Wir
unterstützen das Projekt, den denkmalgeschützten Lokschuppen am Bahnhof Neustadt
zu sanieren und daraus ein Sport- und Gesundheitszentrum zu entwickeln.
Insbesondere möchten wir GRÜNE mehr vereinsungebundene Sportflächen
bereitstellen, indem wir den öffentlichen Zugang zu Sportstätten, zum Beispiel
durch Öffnung von Schulsportanlagen, ermöglichen und indem wir uns für mehr
Freizeit- und Breitensportangebote in den Wohnquartieren einsetzen.
Wir wollen zudem, dass das Sportangebot der Stadt in Zukunft noch stärker mit
den Bedürfnissen einer alternden, multikulturellen und zunehmend
gesundheitsorientierten Gesellschaft in Einklang gebracht wird und werden
deshalb mehr „Bewegungsräume“ mit Sportgelegenheiten im öffentlichen Raum
schaffen, zum Beispiel Fitnessparcours, Laufstrecken, Skate-Anlagen oder
Basketballplätze, aber auch altersgerechte Sportangebote und
Mehrgenerationenplätze. Bei der Planung neuer Parks oder deren Erweiterung
wollen wir stets auch Sportmöglichkeiten vorsehen.
Neben Investitionen in die Dresdner Sportlandschaft wie zum Beispiel die
Errichtung einer Multifunktionsarena am Dresdner Flughafen setzen wir uns auch
für die auskömmliche Ausstattung der konsumtiven Mittel in der Sportförderung
ein.
Die Städtischen Bäder und den Schwimmsport in Dresden unterstützen
Seit Gründung der Dresdner Bäder GmbH im Jahre 2013 wurden über 80 Millionen
Euro in die Schwimmhallen und Freibäder Dresdens investiert. Das wurde
insbesondere durch den Verlustausgleich innerhalb des Stadtkonzerns TWD
(Technische Werke Dresden) möglich. Als GRÜNE sehen wir die Zukunft der Bäder
GmbH weiterhin als Tochterunternehmen der TWD. Dafür gilt es jedoch, die Arbeit
der Bäder GmbH und ihrer Entscheidungsfindungen noch transparenter zu machen.
Dabei ist uns bewusst, dass der Verlustausgleich auf 15 Millionen Euro pro Jahr
gedeckelt ist. Um höheren Verlusten, zum Beispiel durch steigende
Betriebskosten, zu begegnen, setzen wir uns für die Nutzung der
Schwimmhallendächer mit Solaranlagen ein, die sowohl die notwendige Wärme als
auch Strom erzeugen. Neue Schwimmhallen wollen wir betriebskostenoptimiert und
mit besonderem Fokus auf nachhaltige Wärmenutzung errichten.
Wir GRÜNE setzen uns für den Erhalt des Elbamare-Kombibades in Gorbitz, des
Luftbades Dölzschen und des Stauseebades in Cossebaude sowie für den Neubau
einer Schwimmhalle in Klotzsche und ein neues Sachsenbad in Pieschen ein.
Außerdem wollen wir sicherstellen, dass der Schwimmsport und die Dresdner
Schwimmhallen ganzjährig nutzbar sind.
Neben Schwimmangeboten für die Öffentlichkeit werden wir dafür Sorge tragen,
dass ausreichend Schwimmkurse, insbesondere im Vorschulbereich, aber auch für
Nichtschwimmer*innen jeden Alters, angeboten werden.
Da wirkliche Kühlung nur technisch oder durch Bäume und Wasser herbeigeführt
werden kann, plädieren wir GRÜNE dafür, die Dresdner Bäder als Teil des
kommunalen Hitzeschutzkonzeptes zu begreifen und entsprechend zu erhalten,
auszubauen und auskömmlich zu finanzieren.
Sport hat eine Verantwortung für unsere Umwelt
Wir GRÜNE setzen uns dafür ein, dass bei der Sanierung und beim Neubau von
Sportstätten diese unter ökologischen Gesichtspunkten geplant, gebaut und
betrieben werden. Neben der Einsparung von Energie und Ressourcen entlasten
niedrige Betriebskosten die Umwelt und die Sportvereine. Insbesondere sehen wir
großes Potenzial bei Photovoltaik auf Dachflächen.
Die Errichtung von Kunstrasenplätzen mit ihren gesundheitlichen und ökologischen
Negativwirkungen sehen wir kritisch und fordern den Einsatz von gesundheitlich
und ökologisch unbedenklichen Baustoffen oder die deutlich kostengünstigere
Errichtung von Rasenplätzen.
Bei der Organisation und Durchführung von Sportgroßveranstaltungen fordern wir,
diese nach ökologischen, sozialen und ökonomischen Kriterien durchzuführen. Dazu
zählen unter anderem die Nutzung öffentlicher Mobilitätsangebote für die An- und
Abreise von Athlet*innen und Gästen, der Einsatz von erneuerbaren Energien und
die Versorgung durch lokale Cateringanbieter*innen.
Sportvereine und Fankultur stärken
Sport verbindet Menschen und stärkt damit den Zusammenhalt der Gesellschaft.
Alle Vereine, insbesondere aber die zuschauerattraktiven Vereine, wie zum
Beispiel die SG Dynamo Dresden, die Dresdner Eislöwen und der Dresdner
Sportclub, sind daher aufgerufen, ihren Beitrag für ein demokratisches
Miteinander zu leisten.
Dynamo Dresden, der mitgliederstärkste Sportverein der Stadt, trägt hierbei eine
besondere Verantwortung. Neben einem stärkeren und nachhaltigeren Engagement in
der Gewaltprävention fordern wir BÜNDNISGRÜNE eine ernsthafte ambitionierte
Förderung des Mädchen- und Frauenfußballs.
vorstehenden Absatz löschen, da es weiterhin um Dynamo Dresden geht. Wir GRÜNE
stehen zu dem notwendigen Zuschuss an die Stadion Dresden Projektgesellschaft im
Rahmen des Konzessionsvertrages, streben aber eine schrittweise Reduzierung des
zusätzlichen Betriebskostenzuschusses, orientiert an der wirtschaftlichen
Situation von Dynamo Dresden, und langfristig eine Umstrukturierung der
Stadionverträge an, um eine faire Verteilung der Betriebskosten zu erreichen.
Gleichzeitig fordern wir, dass dadurch freiwerdende finanzielle Mittel kleineren
Sportvereinen zugutekommen.
Fanprojekte, welche sich für eine positive, integrative Fankultur einsetzen,
leisten einen wichtigen Beitrag für unsere Gesellschaft. Wir GRÜNE setzen uns
daher für eine weitere Unterstützung und nach Möglichkeit für einen weiteren
Ausbau der Arbeit des Fanprojekts Dresden durch Einstellung weiterer
Sozialarbeiter*innen ein.